Alle sind gefragt

Das Thema Dorferneuerung rückt in Mühlhausen immer näher. Deutlich war dies während der letzten Bürgerversammlung zu spüren.

Eingeladen zur Bürgerversammlung hatte Bürgermeisterin Waltraud Kohler. Ziel war möglichst viele Gemeindemitglieder für die Arbeitskreise, die sich mit der Dorferneuerung befassen, zu gewinnen.

Zunächst berichteten die Seminarteilnehmer, die sich in Klosterlangheim mit dieser Thematik befassten, über das dort Gelernte. Sie konnten den Besuchern der Bürgerversammlung anschaulich darstellen, dass Dorferneuerung mehr ist, als nur einige Bäumchen zu pflanzen oder Straßen herzurichten. Vielmehr ist Dorferneuerung als Dorfentwicklung zu verstehen. Dazu gehört neben dem Erhalt von Brauchtum unter anderem die Steigerung der Attraktivität der Gemeinde für junge Menschen und die Wirtschaft.

Damit nun das Gesamtprojekt von möglichst vielen Bürgern/innen mitgetragen und auch eine große Zahl Ideen eingebracht wird, werden in den einzelnen Gemeindeteilen Arbeitskreise eingerichtet. An diesen Arbeitskreisen kann sich jeder zu jeder Zeit beteiligen. Die jeweiligen Termine sowie die Orte der Sitzungen hängen wie bisher im Fenster der alten Post aus oder werden mündlich weitergegeben.

Grob geschildert haben die Arbeitskreise folgende Aufgaben:

Zunächst sind sie mit einer umfassenden Bestandsaufnahme beschäftigt. D. h. sie prüfen, was schon vorhanden ist, und vor allem warum es so ist, wie es ist. Im zweiten Schritt beginnt die Phase des „Wunschdenkens", frei nach dem Motto „wie hätten wir es gerne". Wichtig ist hier, dass jede Idee und jede Vorstellung eingebracht werden kann und zählt.

Der dritte Schritt dient dann der Auswahl des oder der anzugehenden Projekte, die anschließend von den Teilnehmern/innen der Arbeitskreise genau beschrieben werden. Diese ausgearbeiteten Vorschläge gehen an den Gemeinderat. Letztendlich wird hier entschieden, welche Projekte tatsächlich in Angriff genommen werden. Schließlich übernimmt dieses Gremium die Verantwortung für die entstehenden Kosten und die Planung der Finanzierung.

Zumindest in der Anfangsphase werden die Arbeitskreise nicht alleine gelassen. Leonhard Valier vom Büro für Städtebau und Bauleitplanung, Bamberg, und Detlev Etteldorf, Bauoberrat der Direktion für ländliche Entwicklung, Ansbach, unterstützen die Teamarbeit bei der Ideenfindung. Sie sind es auch, die zusammen mit dem Gemeinderat die Detailplanung genehmigter Projekte bearbeiten.

Ihr Ziel haben die Arbeitskreise erreicht, wenn es ihnen gelingt, ein Aktionsprogramm, nach allen Seiten abgesichert, zu verabschieden und an den Gemeinderat weiterzureichen.

Alle Bürger/innen Mühlhausens haben in den Arbeitskreisen die Möglichkeit, bei der Gestaltung unserer Gemeinde und der zugehörigen Ortsteile ein gewichtiges Wort mitzureden. Es liegt somit auch an jedem Einzelnen, diese einmalige Chance zu nutzen. Dann bleibt es nicht nur beim Wunsch „Mühlhausen sollte schöner werden". Die Einbeziehung aller Gemeindemitglieder garantiert schon fast das Ergebnis: „Mühlhausen wird schöner."

Anmerkung: In den nächsten Jahren werden sich wahrscheinlich die EU-Richtlinien für Gemeinde-Förderprogramme ändern. Und wie das Sprichwort „Es kommt nichts besseres nach" aussagt, ist das auch hier zu vermuten. Also: Nutzen wir diese Chance heute.