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Donnerstag, 10. Dezember 2009

Verzögerung - Der Königsweiher sollte längst schon wieder wirtschaftlich genutzt sein. Jetzt muss er für viel Geld ausgebaggert werden.

Schirnsdorf - Nach der Diskussion im Gemeinderat zu urteilen, ist mit dem Schirnsdorfer Weiher einiges schief gelaufen. Derzeit fischt die Gemeinde noch im Trüben, wer die Schuld trägt an all den Verschiebungen und Verzögerungen rund um ihren „Königsweiher“.

Das heißt, eigentlich kann sie überhaupt nicht fischen. Denn der Weiher ist trocken und mittlerweile dicht mit Schilf und Röhricht bewachsen. Dabei sollte der Gemeindeteich so schnell wie möglich wieder einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Davon gingen die Räte aus, als es im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahmen um das Anlegen einer Buswendeplatte und eine Teilverfüllung des Weihers ging. Man rechnete mit dem Ausfall einer Wirtschaftsperiode und nachfolgend mit Kosten von rund 800 Euro.

Chronologische Aufstellung

Eine solche Zeitspanne könne ein Weiher durchaus verkraften, erklärte Walter Jakob (CSU), ein Fachmann auf dem Gebiet. Nun lag der Weiher aber 2008 und 2009 trocken und muss, um ihn wieder wirtschaftlich nutzen zu können, ausgebaggert werden. Nach Jakobs Schätzung fallen Kosten zwischen 8000 und 10 000 Euro an. Mit einer chronologischen Aufstellung aller Verfahrensschritte wollte die Gemeinde nun Klarheit in die Angelegenheit bringen. Frank Backasch, Mitarbeiter des Höchstadter Ingenieurbüros, kommentierte die Vorgänge in der Sitzung.

Unverständlich war es für Walter Jakob, weshalb vom Erstellen der Planunterlagen im November 2007 bis zur Antragstellung am 22. Juli 2008 Monate ins Land zogen.

Mysteriös ist für Jakob außerdem, weshalb mit dem Einreichen der Planunterlagen im Mai 2007 nicht zugleich auch das Wasserrechtsverfahren beantragt wurde. Zwischen beiden lägen ein Jahr und zwei Monate. Die nun anstehenden Mehrkosten will Jakob weder absegnen noch können sie seiner Meinung nach den Schirnsdorfer Bürgern zugemutet werden.

Hingegen arbeitete das Landratsamt recht zügig: die Genehmigung zur Teilverfüllung kam am 11. September 2008 und verfüllt wurde im folgenden Dezember.

Doch was übersehen?

Eine weitere Verzögerung brachten die Ausgleichsflächen. In diesem Punkt waren sich die Räte nicht sicher, ob man nicht doch etwas übersehen habe. Jedenfalls wurde betont, der landschaftspflegerische Begleitplan habe nie auf dem Tisch gelegen. Die Folge war, dass die Ausgleichsflächen umgeplant und im November 2009 eine Tekturplanung eingereicht wurde.

Zweiter Bürgermeister Gerhard Kreß (FW) versuchte einzulenken: Viel Zeit sei vergangen, weil von Sitzung zu Sitzung immer wieder etwas geändert wurde. Für Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) steht jetzt an erster Stelle, dass die leidige Angelegenheit schnellstens zum Abschluss kommt.

„Bevor im März die Kröten krabbeln“, müsse der Weiher wieder in Ordnung sein. Faatz will aber auch ergründen, wer für die Verzögerungen zur Verantwortung zu ziehen ist und dann die Mehrkosten auf den „Schuldigen“ abwälzen. Das Ingenieurbüro soll eine Ergänzung der Chronologie hinsichtlich der fehlenden Punkte nachliefern. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Quelle: www.infranken.de
von Evi Seeger